Montag, 14. Juni 2010

Sydneysiders in Perth

Let's go west

Letzten Sonntag haben Gregor und ich unseren ½ World Travel nach Hause gestartet. Der Abschied von Sydney ist uns sehr schwer gefallen, die Tränen hielten sich jedoch in Grenzen, da wir unsere liebe Gastfamilie in 6 Wochen in Österreich wiedersehen werden. Vor unserer Abreise sind wir noch unsere liebsten Gewohnheiten – Einkaufen am Vumbuca Markt und Laufen zum Dee Why Beach - nachgegangen. Außerdem hat uns Peter noch seine hyperaktiven Hunde vorgestellt, die wir später im Rahmen einer wilden Verfolgsjagd mit dem Auto einfangen mussten. An unserem letzten Tag haben Robert und Evelyn noch eine kleine Party für uns organisiert. Carl ist extra aus Canberra angereist, außerdem sind noch ein paar Freunde von Robert gekommen, bei denen wir mittlerweile auch schon öfters eingeladen waren. Von unseren Freunden aus Gregors Sprachschule sind nur noch ein paar in Sydney. Wir haben es aber nicht versäumt letzten Freitag noch eine lange Partynacht in Manly einzulegen und mit einigen Freunden bis in die Morgenstunden zu feiern.
Die Party in Roberts Haus war sehr nett. Gregor hat von Ging und Carol jede Menge Sticky Rice bekommen, das ist mittlerweile sein Lieblingsgericht. Außerdem haben wir unsere Gastfamilie mit Geschenken überrascht und unsere Surfvideos angeschaut. Das Essen war dank Evelyn wieder ein Genuss für den Gaumen und das Auge. Carl war ebenfalls sehr begeistert von der Party. Bevor die anderen Partygäste eintrafen, fuhren wir mit ihm noch zum Strand und schauten uns die Surfer ein letztes Mal an.
Am Montag haben wir dann alles fertig gepackt und sind mit Lorima und Evelyn zum Flughafen gedüst. Der Flug nach Perth hat 5 ½ Stunden gedauert und war alles andere als angenehm. Da wir mit Virgin Blue unterwegs waren, gab’s kein Essen und keine Filme, dafür hatten wir einen geringeren Kostenaufwand. Nach der Landung fuhren wir mit dem Bus in die City und sprinteten gleich in den ersten Mc Donalds. Nach einem schnellen Abendessen suchten wir unser Hostel und checkten dort für eine Woche ein. Unsere beiden Zimmerkollegen sind sehr nett und kommen aus Kanada und Victoria in Australien. Das Frühstück ist umsonst und das Hostel ist nur wenige Gehminuten von der City entfernt. Da wir ziemlich müde waren, drehten wir nur eine kurze Runde durch das Gebäude und gingen früh schlafen.
Nach einem deftigen Frühstück machten wir uns am nächsten Morgen auf den Weg, um die Stadt zu erkunden. In Perth leben nur 1 Million Menschen, im Vergleich zu Sydney also eine Kleinstadt. Die Skyline ist jedoch nicht weniger spektakulär und der ganze CBD (Central Business District) ist sehr beeindruckend. In Perth blüht die Wirtschaft und das sieht man auch. Wir waren beim Swanbell Tower, einem äußerst modernen Glockenturm, den Perth von der englischen Krone geschenkt bekommen hat. Danach haben wir einen Spaziergang entlang des Swan Rivers gemacht und haben etliche Outdoor Fitnessgeräte entdeckt, die in den Parklandschaften für die sportlichen Einwohner von Perth montiert wurden. Die Stadt ist so anders als Sydney, und doch so gleich. Überall laufen Sportwütige herum, die an sogenannten Boot Camps teilnehmen oder von einem Personal Trainer gecoacht werden. Das traumhafte Wetter animiert die Menschen hier zum Sport. Derzeit bekommt es selten mehr als 23 Grad, die Sonne ist jedoch sehr stark und der Himmel komplett wolkenlos. Bei unserem Marsch zum Kings Park wurde uns daher ziemlich heiß. Wir kamen zu einer Aussichtsplattform, die uns einen sagenhaften Blick über Perth beschwerte. Außerdem besuchten wir noch die Botancial Gardens und ein War Memorial. Im Kings Park gingen wir teilweise über Brücken, die von einem Baumwipfel zum anderen reichten. Nach dem Ausflug nahmen wir im CBD einen kleinen Snack ein und besuchten noch etliche Bookshops und ein Reisebüro. Wir wollen in den nächsten Tagen aufs Rottnest Island und in die Pinnacles Desert fahren, daher haben wir uns schon einmal mit den nötigsten Infos eingedeckt.

Perth is awesome

Donnerstags haben wir die schönsten Seiten von Perth kennengelernt. Nach einer leckeren Eierspeiß fuhren wir mit dem Zug nach Subiaco und machten dort die Gegend unsicher. Der moderne Vorort bietet viele tolle Shoppingmöglichkeiten und ist außerdem Heimat des Subiaco Ovals, einem berühmten Football Stadion. Wir gingen in die vielen Vintage Bookshops und genossen die Sonnenstrahlen im Park. Danach fuhren wir mit dem Zug weiter nach Cottlesloe, um einen der schönsten lokalen Strände zu besuchen. Das Wasser dort glitzert türkisblau und die Wellen eignen sich gut zum Stand up Paddle Board fahren. Außerdem entdeckten wir ein Korallenriff und einige Inseln in der Ferne. Wir gingen am weißen Sandstrand spazieren und tauchten unsere Füße ins Wasser. Später zog es uns dann noch nach Fremantle, den lässigsten Vorort. Dort gibt es einen riesigen Industriehafen und eine belebte Einkaufs- sowie Lokalmeile. Wir kommen sicher noch mal am Wochenende nach Freo (Spitzname der Einheimischen), um die Markets zu besuchen.

There you have it all

Am Freitag haben wir einen fabelhaften Ausflug durch die Gegend rund um Perth unternommen. Wir wurden um 8 Uhr vom Bus abgeholt und fuhren Richtung Swan Valley, eines der besten Weingüter in WA. Die weitreichenden Weinfelder und grüne Wiesen prägen das Gebiet rund um den Swan River, dem Fluss der bei Fremantle ins Meer mündet. Unseren ersten Halt machten wir bei einem Wildlife Park, wo wir an einer Vormittagsführung teilnahmen. Wir kuschelten mit den Koalas, fütterten die flauschigen Kängurus und saßen direkt neben einem jungen Wombat. Die weißen Kängurubabies erhielten natürlich unsere Aufmerksamkeit, am süßesten fanden wir jedoch ein größeres Exemplar, das beim Füttern unsere Hände wie eine Schale hielt. Nach dem Kurzbesuch im Tierpark fuhren wir weiter Richtung Cervantes, einem kleinen Fischerdorf in der Nähe des Namburg Nationalparks. Unser Buschaffeur tischte uns ein leckeres kaltes Buffet auf mit frischen Früchten, Chicken und Salaten. Wir stärkten uns mit einem vitaminreichen Lunch und erkundeten danach noch ein bisschen Cervantes. In der Nähe der Raststation entdeckten wir einen coolen Bus, dessen Besitzer dauerhaft darin wohnen und damit durch ganz Australien ziehen. Ein solches Vehikel würden wir auch gerne besitzen. Am Nachmittag fuhren in die Pinnacles Desert, eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten von Western Australia. Die Landschaft ist einfach atemberaubend. Die Erde ist gelb und es scheint, als würden Kalksteinsäulen aus dem Sand wachsen. Das Gebiet ist voll mit diesen eigenartigen Gesteinen, die an eine mystische Mondlandschaft erinnern. Wir nutzen die Gelegenheit, um ein paar witzige Fotos dort zu machen und drehten eine riesige Runde durch den Park. Nach einer Stunde fuhren wir dann mit dem Bus weiter nach Lancelin, wo uns die höchsten und weißesten Sanddünen erwarteten, die wir je gesehen hatten. Wir fuhren zuerst zum weißen Sandstrand und staunen über die unberührte Natur und die Inseln in der Ferne. Danach verließen wir die befestigte Straße und fuhren mit unserem Allradbus mitten ins Sanddünengebiet. Überall waren Leute mit Motocross oder Sandboards, die sich einen Spaß daraus machten über die Dünen zu springen. Unser Buschaffeur hatte sich etwas ganz besonders für uns ausgedacht. Wir fuhren mit dem riesigen Tourbus über die riesigen Dünen und stürzten danach senkrecht die Sandberge hinab. Zuerst waren wir schockiert, doch nach der zweiten steilen Abfahrt machte es schon ungeheuren Spaß. Die Hügel waren wirklich hoch und obwohl wir schon 4WD Experience in Ägypten gesammelt hatten, war dies ein wirklich besonders Erlebnis. Nach der aufregenden Fahrt bekamen wir noch Sandboards, um die Hügel selbst hinab zu gleiten. Das Sandboarden sieht ziemlich leicht aus, eine gute Balance ist jedoch Voraussetzung. Nach dem sportlichen Abschluss unserer Tour ging auch schon die Sonne unter und wir machten uns auf den Weg zurück nach Perth.

Island in the sun

Am Samstag haben wir die Fähre nach Rottnest Island genommen. Die Insel befindet sich zirka 20 Kilometer vom Hafen in Fremantle entfernt. Im Sommer gibt es einen Contest, wo Extremsportler diese Strecke schwimmen. Der Rekord liegt bei 4 Stunden und 20 Minuten. Bevor wir Rottnest erreichten, fuhren wir mit dem Schiff über den Swan River und begutachteten die schönsten Häuser von Perth. Hier befindet sich außerdem das teuerste Gebäude Australiens. Es wurde vor kurzem um 58 Millionen Dollar verkauft. Bei der Überfahrt sahen wir Delphine im Wasser und genossen einen ‚Morning Tea’. Nachdem wir Rottnest Island erreichten hatten, bekamen wir unsere Mountain Bikes für den Tag. Die gesamte Bikestrecke rund um die Insel ist 24 Kilometer lang und beinhaltet sowohl Küsten- als auch Inlandsrouten. Wir nahmen zuerst den Osten in Angriff und es dauerte nicht lange, bis wir einen wunderschönen Strand erblickten. Das Wasser schimmerte türkisblau und wir sahen einen riesigen Pelikan darin schwimmen. Beim Beobachten des Wassers erblickten wir plötzlich einen riesigen dunklen Schatten im Meer. Der gehörte einem schwarzen Stachelrochen, der seinen Runden durch das Riff drehte. Der Anblick dieses seltenen Geschöpfs war einfach magisch. Wir konnten gar nicht die Augen von ihm lassen, gleichzeitig waren wir froh, dass wir uns gerade nicht im Wasser befanden. Ein paar Minuten später stoppten wir bei einer anderen schönen Bucht, wo wir zum ersten Mal an diesem Tag auf ein Quokka trafen. Dieses kleine, süße Beuteltier lebt nur auf Rottnest Island und ist für den Namen (‚Rattennest’) verantwortlich. Die Quokkas sind neugierig und suchen den Kontakt. Wir konnten ganz nahe herantreten, ohne dass es verschwand. Wir radelten über das gesamte Ostende der Insel und entdeckten zahlreiche hervorragende Schnorchel- und Surfspots. Surfboards wären an diesem Tag echt nicht verkehrt gewesen. Der Radweg wurde mit der Zeit immer steiler und wir näherten uns langsam dem Westende der Insel. Wir gönnten uns eine kleine Pause an einem verlassenen Steg und beobachten die Miniinseln in der Ferne. Ein Investment würde sich hier lohnen, doch leider steht hier kein Land zum Verkauf. Die gesamte Insel gehört dem Staat Western Australia. Wir fuhren zurück Richtung Thompson Bay, wo wir Rottnest betreten hatten. Auf dem Weg kamen wir an den inländischen Seen vorbei und trafen auf eine ganze Quokkasschar. Die flauschigen Tierchen saßen am Seeufer kauten Feigen, die vom Baum gefallen waren. Nach der anstrengenden Radtour holten wir uns ein Sandwich zur Stärkung und bestiegen unsere Fähre zurück nach Perth. Plötzlich tauchte ein junger Mann neben uns auf, der uns vorher schon beobachtet hatte. Es handelte sich um einen Österreicher, der viele Jahre in Steyr studiert hatte. Wir hatten eine Menge Gesprächsstoff und er stellte uns noch ein paar seiner Freunde, ein paar französische Backpackergirls vor. Wir schlossen gleich Freundschaft mit allen und tauschten unsere Nummern aus. Im Hostel erwarteten uns unsere lieben Mitbewohner mit kaltem Bier und einem leckeren Essen.

Football's coming home

Sonntag ist in Australien "Männertag". Das sagen zumindest unsere lieben Mitbewohner Jason und Oli. Sie machten sich schon am Vormittag auf den Weg ins Casino um einen Kampf anzuschauen und es bisschen Geld zu verprassen. Wir waren noch hundemüde, da wir am Vorabend noch bis spät in die Nacht mit unseren neuen deutschen Kumpels und mit dem Österreicher Martin in Perth unterwegs waren. Am frühen Nachmittag trafen wirt uns dann mit Jason und Oli in Subiaco beim Football Oval, da wir uns das Spiel Fremantle gegen St. Kilda (Melbourne) anschauen wollten. Wir mussten früh dort sein, denn es gab nur noch wenige Tickets. Obwohl wir nicht die ultimativen Footballfans sind, wollten wir nicht die Gelegenheit versäumen, zumindest einmal in unserem Leben ein 'Australian Rules Football Game' zu sehen. Es geht eindeutig brutaler zu als beim Fußball und es dauert eine gewisse Zeit bis man die Regeln versteht. Unsere Mitbewohner haben sich sehr in das Spiel reingesteigert und anders als in Österreich schreien und fluchen die Frauen meist schlimmer als die Männer im Stadion. Außerdem dauert das Spiel 120 Minuten und es gibt viele Pausen, wo der Bier- und Chipsvorrat aufgefrischt wird. Nach dem Spiel waren wir echt müde und fuhren gleich heim in unser Hostel.

Heute müssen wir schon wieder Abschied nehmen, denn morgen gehts weiter nach Bali! Ein detaillierter Bericht folgt... :D

Dienstag, 8. Juni 2010

Good bye Sydney


Gregor und ich haben gestern unser geliebtes Sydney verlassen und sind jetzt eine Woche in Perth unterwegs. Der Abschied ist uns schwer gefallen, die Traenen hielten sich jedoch in Grenzen, da wir unsere (Gast-)familie bald in Austria wiedertreffen.
Jetzt erkunden wir Perth, Rottnest Island und die Pinnacles Desert. Ein laengerer Bericht folgt bald, wenn ich irgendwo einen besseren Internetzugang finde.

Sonntag, 30. Mai 2010

Balmain ist das "Notting Hill" von Sydney

Heute haben wir wieder einen unserer sonntäglichen Ausflüge unternommen. Wir sind nach dem Frühstück nach Manly gefahren und mit der Fähre zum Circular Quay gedüst. Während der Überfahrt konnten wir hunderte, bunte Segelboote im Hafen von Sydney bewundern, anscheinend fand heute eine Regatta statt. Nach unserer Ankunft in der City stiegen wir gleich auf die nächste Fähre Richtung Balmain um. Dieser Vorort gehört zum "Inner West" der Metropole und ist einer der nobelsten Vororte. Nachdem wir die Fähre bei Balmain East verlassen hatten, machten wir zuerst einen kurzen Spaziergang durch die edle Wohngegend von Balmain. Die alten Häuser sind sehr britisch und überall sieht man Oldtimer. In den Gärten wachsen exotische Pflanzen, in einem entdeckten wir sogar einen WeihnachtssternBAUM! Außerdem sind wir an zwei sehr coolen Pubs - Balmain Belgian Beer Cafè und London Hotel - vorbeigekommen ;) Nachdem wir die altmodische Kirche passiert hatten, erblickten wir das Zentrum von Balmain, das eigentlich wie ein kleines britisches Dorf aussieht. Alle Häuser haben knallbunte Farben und überall befinden sich gemütliche Buchgeschäfte, Boutiquen und Cafès. Der betont altmodische Vorort passt überhaupt nicht zum modernen CBD von Sydney, den Tower und die hohen Skyscraper sieht man allerdings von der Hauptstraße Balmains. Wir haben exzellenten Meat Pie gegessen, zahlreiche der ausgeflippten Shops besucht und Gregor hat sogar ein 700-seitiges englisches Buch gekauft. Beim Nachhausefahren haben wir dann noch Bekanntschaft mit einem Transvestie aus Canberra geschlossen und wurden beinahe beim illegalen Konsums eines Familienbustickets erwischt. Ein toller letzter Ausflug in unsere liebgewonnene City, die wir bald (in einer Woche :'-( verlassen müssen...

Sonntag, 23. Mai 2010

Sport, Kultur und Mord in Sydney

Gestern waren wir mit unserer Familie im Aquatic Center in Ryde, das zu Ehren der Olympischen Spiele 2000 in Sydney erbaut wurde. Dort gibt es riesige Schwimmbahnen, Wasserpolospiele, Rutschen, einen Wellenkanal und sogar einen kleinen Wellnessbereich. Wir genossen es aufgrund des derzeitigen Dauerregens indoor zu planschen und entspannten in der Sauna und Dampfkammer. Anschließend saßen wir stundenlang im heißen Whirlpool. Nachdem wir abends zuhause angekommen waren, hatten wir noch ein leckeres Abendessen mit Roasted Lamb und Pork und gingen danach entspannt ins Bett.
Heute sind wir früh aufgestanden und mit dem Van in die City gefahren. Ganz in der Nähe unseres Hauses sahen wir plötzlich überall Polizei und Absperrungen und vermuteten gleich ein Verbrechen. Nachdem wir in der City angekommen waren, machten wir uns auf den Weg zum Australian Museum. Dabei handelt es sich um ein naturgeschichtliches Museum mit sagenhaften Ausstellungen. Zuerst gingen wir in die Abteilung der australischen Ureinwohner und bewunderten die Werkzeuge und Kunstwerke der Aborigines. Danach zog es uns in die Ausstellung "Surviving in Australia", wo wir Wissenswertes über die gefährlichen Tiere Australiens erfuhren. Einige Tiere in der Abteilung waren sogar lebendig. Danach schauten wir zu den Skeletten, Fossilen und Dinosauriern. Besonders interessiert hat uns allerdings die Abteilung der australischen Vögel und Insekten, wo wir besonders die vielen Schmetterlingsarten bewunderten. Nach etlichen Stunden im Australian Museum hatten wir schon einen Bärenhunger und machten uns auf den Weg nach Chinatown, da es dort besonders preiswertes Essen gibt. Wir gingen in den Foodcourt in der Market City und danach besuchten wir die "Paddy's Markets" im Erdgeschoss des Gebäudes. Dabei handelt es sich um einen riesengroßen Markt, wo es billige Kleidung, Schmuck, Souvenirs, aber auch Obst und Gemüse zu kaufen gibt. Wir besorgten uns nur ein lustiges Schild, das wir in unserer neuen Wohnung montieren werden. Nach dem anstrengenden Shopping fuhren wir noch zur University of Sydney, die wir uns schon lange anschauen wollten. Der Campus ist riesig und wunderschön. Die alten Gebäude sind aus Sandstein und nebenan gibt es sogar einen netten Park. Wenn die Studiengebühren nicht so hoch wären, würden wir am liebsten sofort hier zu studieren beginnen...
Zuhause erfuhren wir dann aus dem Fernsehen, dass unser "Nachbar" ermordet wurde. Die Polizei hat jedoch schon Hinweise und es handelt sich offenbar um einen Bekannten des Opfers. Das ist schon der zweite Sterbefall in diesem Monat in unserer unmittelbaren Umgebung. Vor kurzem mussten wir am Dee Why Beach mitansehen, wie ein Mann im Meer ertrunken ist. Aber so ist das Leben in einer Stadt mit 4 Millionen Einwohnern.

Samstag, 15. Mai 2010

Work around the clock!

Das letzte Monat in Australien steht ganz im Zeichen des Arbeitens! Gregor sitzt fast die ganze Woche (sogar am Wochenende!) auf dem Motorrad und fährt für Media V durch ganz Sydney. Diese Woche hat es ihn sogar einmal nach Penrith, das letzte Eck von Sydney (50 Kilometer von der Innenstadt entfernt) verschlagen. Ich bin die ganze Zeit mit Arbeiten beziehungsweise Bakk.-Arbeit schreiben beschäftigt. Die einzigen Highlights, über die ich seit dem wunderschönen Ausflug in die Blue Mountains berichten kann, sind Phillips und Biancas Birthdayparties und ein Spaziergang über den Klippenweg in Dee Why. Die erste Party fand letztes Wochenende in Cromer statt. Phillip (jetzt 18)und sein Bruder sind die besten Karatechampions von ganz New South Wales. Sie haben beide den schwarzen Gürtel und waren sogar in der Zeitung, weil sie sich schon wieder einen Titel geholt haben. Die Eltern der beiden sind Dave und Carol, sie waren schon bei meiner Geburtstagsparty in Sydney 2008. Es gab ein sagenhaftes Buffet mit einer kalten Vorspeisenplatte, Frühlingsrollen, verschiedenen Fleischsorten vom BBQ, Riesengarnelen, Salaten, Kartoffelgratin und vielen weiteren Köstlichkeiten. Nach dem Hauptgang hatten wir die Wahl zwischen Geburtstags- oder Pavlovatorte, Fruchsalat und Sticky Rice, über den sich besonders Gregor freute. Die Party war mit zirka fünfzig Gästen äußerst gut besucht und wir fielen in dem Trubel kaum auf.
Gestern haben wir einen Spaziergang durch Dee Why gemacht und sind entlang der Klippen Richtung Diplomatenvilla gegangen. Die Wellen am Dee Why Point waren riesig, so mussten wir zuerst mindestens eine halbe Stunde das Surfspektakel vom Pool aus beobachten. Auf dem Spazierweg später entdecken wir viele tropische Blumen und Pflanzen und sahen sogar einen scheuen Wildhasen. Die Diplomatenvilla befindet sich mitten in diesem Paradies mit Meerblick. Aufgrund dieser "Ungerechtigkeit" beschloss Gregor eine Bananenpflanze aus dem Garten der Villa zu entwenden. Das liebe Pflänzchen befindet sich jetzt in unserem Garten, gleich neben dem Eingang zum Bali Hut. Nach dem Spaziergang und einem Kontakt mit einer Riesenspinne trafen wir in unserem Haus ein, wo auch schon Vorbereitungen für Biancas Birthdayparty (10) getroffen wurden. Ging sorgte für das fabelhafte philippinische Essen, das ich hier schwer in Worten beschreiben kann. Nach dem Kuchen unterhielten wir uns noch lange mit Bruno, Biancas Dad, der über sein Heimatland Tansania und den Kilimandscharo berichtete.


Beweisfoto: Gregor beim Arbeiten am Circular Quay / CBD Sydney

Freitag, 7. Mai 2010

Hiking @ Blue Mountains

In dieser Woche haben wir es endlich zu den Blue Mountains, westlich von Sydney geschafft. Die herbstlichen Temperaturen laden aber auch zum Wandern ein. Wir sind am Donnerstag morgens früh aufgebrochen und über den Great Western Highway nach Katoomba gefahren. Zuerst schauten wir kurz bei den "Three Sisters", einer berühmten Steinformation in den Blue Mountains vorbei, ehe es uns weiter ins Gebirge hinein, nach Blackheath zog. Der "Grand Canyon Walk", den wir für diesen Tag geplant hatten, war zu unserem Bedauern leider geschlossen, daher besuchten in Blackheath nur zwei Aussichtsplattformen, um den atemberaubenden Blick ins Grose Valley zu genießen. Danach fuhren wir mit dem Van nach Wenthworth Falls, wo sich ein zweiter attraktiver Walking Track befindet. Der "National Pass" ist ein steiler Klippenwanderweg, der aber auch in den Regenwald ausschweift. Bei der Wanderung kamen wir an unzähligen, wunderschönen Wasserfällen vorbei und entdeckten viele exotische Pflanzen. Die Begehung war nicht gerade einfach, da der Weg oft an steilen Klippen und rutschigen Felsen vorbeiführte. Manchmal tropfte uns das Wasser von oben herab auf den Kopf.
Nach dem dreistündigen Marsch machten wir uns auf die Suche nach einem Picknickplatz, da wir aufgrund der Anstrengungen der letzten Stunden hungrig waren. Wir fanden einen wunderschönen See in der Nähe von Wenthworth Falls, der von einer bunten Herbstlandschaft eingesäumt war. Wir bauten uns ein Schlaflager in der Sonne, da wir vor der Zubereitung des Essens noch ein kleines Nickerchen machen wollten. Gerade als wir dabei waren einzuschlafen, weckten uns seltsame Geräusche auf. Eine ganze Horde Wildgänse hatte uns eingekreist und versuchte unsere Lamingtons (Kuchen) zu stehlen. Nachdem wir die frechen Tiere erfolgreich verscheucht hatten, starteten wir unser Barbecue. Wir aßen gegrillte Bratwürstel, Auberginen, Zwiebel und Schwammerl. Während des Essens sahen wir plötzlich einen komischen Mann, der einen Vogel auf dem Kopf trug. Der Vogel konnte sprechen und die beiden unterhielten sich. Bei dem Anblick konnten wir uns das Lachen kaum verkneifen. So etwas kann einem nur in den Blue Mountains, wo viele skurrile Menschen verkehren, passieren. Als es dunkel wurde, machten wir noch einen Spaziergang rund um den See, ehe wir es uns im Bett unseres Campervans gemütlich machten. Kurz vor dem Einschlafen, sah Gregor plötzlich draußen Feuer. Es handelte sich aber nicht um ein Buschfeuer, sondern um vier Artisten, die in der Dunkelheit mit Feuerfackeln jonglierten. Das nächtliche Schauspiel, das wir direkt von unserem Auto beobachten konnten, war einfach fantastisch.
Obwohl es in der Nacht ziemlich abkühlte, schliefen wir sehr gut in unserem Van. Am nächsten Morgen nach dem Frühstück fuhren wir nach Katoomba, um einen weiteren Walking Track in Angriff zu nehmen. Wir entschieden uns für den Federal Pass, den längsten Track in der Nähe des Echo Points. Wir kamen direkt an den Three Sisters, der bekanntesten Steinformation vorbei. Der Aborigine Legende nach, hat ein Zauberer einst drei Schwestern in Steine verzaubert, da er sie vor drei bösen Jungen schützen wollte. Doch ehe er sie zurückverzaubern konnte, starb der Zauberer. Hunderte Touristen pilgern täglich nach Katoomba, um die "Three Sisters" zu begutachten. Nachdem wir die Klippen runtermarschiert sind, führte uns der Track in den Regenwald. Die Geräusche, großteils Vogelgezwitscher, hörten sich so unglaublich schön an, sodass wir uns wie in einem echten Dschungel vorkamen. Im Wald entdeckten wir außerdem einen seltsamen großen Vogel, der den Boden nach Nahrung absuchte und dabei pfiff. Als wir unter einem großen Eukalyptusbaum standen, erblickten wir über uns rote Papageien, die Blätter und Zweige nach uns warfen. Bei der Wanderung kamen wir außerdem an Katoomba Falls, einem weiteren schönen Wasserfall, vorbei. Nach der langen Wanderung, die wir zeitlich eindeutig unterschätzt hatten, knurrte uns schon sehr der Magen. Wir gingen ins Stadtzentrum von Katoomba und fanden einen günstigen Schnellimbiss, wo es leckere Fish & Chips gab. Nach dem Lunch stöberten wir noch in einem altmodischen Buchgeschäft, ehe wir die zweistündige Heimreise antraten.

Sonntag, 2. Mai 2010

An Aussie Autumn

Nirgendwo sonst auf der Welt kann ein Herbsttag schöner sein, als an Sydneys BONDI Beach. Der berühmteste Strand Australiens liegt nur weniger Kilometer südlich der City und ist zur Sommerzeit komplett überlaufen. Wir verbrachten heute, dem 2. Mai, einen fabelhaften Tag dort. Es treiben sich zwar immer noch Scharen an Sonnenanbetern und Surfern am Strand und auf der Promenade herum, doch das Platzangebot auf dem Sandareal ist schon deutlich größer. Die Wellen waren heute hervorragend zum Surfen, daher verbrachten wir die ersten zwei Stunden nach unserer Ankunft im Wasser. Danach machten wir einen Spaziergang hinüber zu Iceberg's Pool und genossen von dort die tolle Aussicht auf den Beach. Nach einem kurzen Mittagssnack stöberten wir noch ein bisschen auf den Bondi Markets, wo es Kleidung, Souvenire und Schmuck zu erwerben gab. Nachdem wir ausgiebig am Bondi Beach entspannt und gesportelt hatten, fuhren wir noch zur Clovelly Bay. Bei Clovelly herrschen exzellten Schnorchelbedingungen, da die Bucht ziemlich klein und naturbelassen ist. Bei meinem ersten Schnorchelgang sah ich einige Bluegrapper und einen riesigen, schwarzen Octopus. Der einzige Nachteil am australischen Herbst ist der frühzeitge Sonnenuntergang um ca. 17:30. Daher ließen wir nach dem Schnorcheltrip Clovelly hinter uns und fuhren heim nach Dee Why.
P.S. Wunderschöne Fotos von diesem Ausflug gibts auf Facebook! Album: "An Aussie Autumn".